Bereits aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts um 1890 gibt es erste Aufzeichnungen über die Formierung einer Musikkapelle in Gerolding. Der erste vorhandene Nachweis stammt aus dem Jahre 1898, in welchem die Musikkapelle Gerolding in einem Dokument zum Kaiser-Jubiläumsfest erwähnt wird.
Während der Zeit des 1. Weltkrieges gehen sämtliche Aufzeichnungen über den Bestand der Musikkapelle verloren.
Um 1920 führt Oberlehrer Otto Lenz die Kapelle als Kapellmeister mit alten und neuen Musikern fort.
Bereits zu dieser Zeit wird der Marsch "Die Glocken von Chicago" des Amerikaners John Philip Sousa gespielt.
Leopold Reichl
Ältestes aktives Mitglied
„Wie war der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg?“
„Mit 20 Jahren habe ich beim Musikverein angefangen.
Nach dem Krieg war die Situation schwierig: Die Jugend fehlte, und es waren überhaupt nur wenige Mitglieder aktiv. An den Proben nahmen damals oft nur fünf bis sechs Personen teil.
Ein eigenes Vereinshaus gab es nicht. Geprobt wurde zunächst in den Küchen der Musiker, später dann im Wirtshaus. Trotz aller Widrigkeiten haben wir den Verein gemeinsam am Leben gehalten und Stück für Stück wieder aufgebaut.“
Im Jahr 1952 wird der „Bund niederösterreichischer Blasmusikkapellen“ gegründet, der heute als „Niederösterreichischer Blasmusikverband“ (NÖBV) bekannt ist. Josef Leeb, der die Gründung maßgeblich initiierte, führt den Verband anschließend 40 Jahre lang als Landesobmann.
1955 tritt die Musikkapelle dem "Bund niederösterreichischer Blasmusikkapellen" bei. Die offizielle Bezeichnung lautet: "Bundesblaskapelle Gerolding".
1959 wird erstmals vier Musikern das "Goldene Ehrenzeichen" des Bundes niederösterreichischer Blasmusikkapellen verliehen.
Unter Kapellmeister Leopold Zeitlhofer erfolgt erstmals die Teilnahme an Wertungsspielen. Mit dem „St. Antoni-Choral" von Joseph Haydn und der Ouvertüre „Mignonette" von Baumann beweist die Kapelle ihr Können. Am selben Tag wird auch bei der Marschmusikbewertung angetreten.
Die Musikkapellen werden in das NÖ-Vereinswesengesetz integriert und Statuten für die Vereine erstellt.
Zum ersten Obmann des Musikvereins Gerolding wird Alois Wiesbauer gewählt.
1972 wird in der Volksschule (heutiges Gemeindeamt) der erste Probenraum eingerichtet. Zuvor wurde in Privat- bzw. Gasthäusern geprobt.
Erste Auslandsreise: Diese führt die Musiker*innen nach Deutschland, wo sie auf Einladung der FF Sprendlingen (Nähe Frankfurt) bei der musikalischen Umrahmung des Kreisfeuerwehrtages mitwirken. Ebenso steht ein interessanter und spannender Besuch am Frankfurter Flughafen auf dem Programm.
Als erste Kapelle des Bezirkes Melk treten wir 1984 unter Stabführer Engelbert Jonas bei der Marschmusikbewertung in Raxendorf in der Höchststufe E an, wofür zusätzlich zu den bereits bekannten Kriterien die Darbietung eines Showprogrammes verlangt wird. Wir erreichen auch hier einen „Ausgezeichneten Erfolg"!
Nach zweijähriger Bauzeit wurde im Frühling 1990 das neu errichtete Musikheim feierlich gesegnet und eröffnet. Die Feierlichkeiten wurden von Musikkapellen aus der näheren Umgebung mit einem großartigen Gemeinschaftskonzert umrahmt.
Unter den Ehrengästen befanden sich Militärkapellmeister Anton Pistotnig, Bezirksobmann-Stellvertreter Johann Schrabauer sowie Bürgermeister Karl Donabauer.
Unter Kapellmeister Michael Gfundtner findet im April 1991 unter dem Motto "Von der Polka bis zum Swing" das erste Frühlingskonzert im Gasthaus Anzenberger-Falkensteiner in Nölling statt.
Im November 2006 nehmen wir unter Kapellmeister Robert Martschin bei der Konzertwertung mit den Stücken „Capriccio for Band" und „Vivat..." erstmals in Stufe C teil. In der Folge treten wir noch weitere 4 Mal in dieser Schwierigkeitsstufe an und können uns über beachtliche Erfolge freuen.
Im Rahmen unserer "Maimusi" findet in Gerolding das Bezirksweisenblasen der BAG Melk statt. Bei malerischer Kulisse lassen Musikgruppen aus dem Bezirk und Umgebung am und um den Kirchenfelsen ihre Weisen erklingen.
Die in die Jahre gekommenen Gewänder werden durch eine neue, modische Tracht ersetzt. Dem bisherigen Farbschema treu bleibend, werden die Damen mit Dirndln und die Herren mit Lederhosen und neuen Jacken ausgestattet. Im Rahmen einer Trachtenpräsentation zeigen wir stolz unser neues Outfit!
2014 beginnen die Arbeiten für den Umbau und die Adaptierung unseres Musikheimes. So wird ein eigener Eingang geschaffen, der Probenraum erweitert und ein Gemeinschaftsraum eingerichtet.
Auf Einladung der „k.u.k. Wiener Regimentskapelle IR4" nehmen wir gemeinsam mit der Postmusik Graz an der Veranstaltung „Musik in Uniform" im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien teil. Neben einem Gemeinschaftskonzert zeigen wir unser Showelement der diesjährigen Marschmusikbewertung, passend für Wien, das „Riesenrad".
Wir feiern 100 Jahre Musikverein Gerolding – ein Jahrhundert voller Höhen und Tiefen! Mehr dazu:
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